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Hassan Aboelnga Interview

Von Januar 13, 2021Keine Kommentare
Die heutige Welt des Wassers hat viele Wechsel durchlaufen, und wir waren einer großen Veränderung des Drucks ausgesetzt, von steigenden Anforderungen aufgrund von Bevölkerungswachstum, Verstädterung und Klimawandel, welcher Unsicherheit und Extreme wie Überschwemmungen und Dürren mit sich bringt.

Hassan Aboelnga interview

Wie würden Sie basierend auf Ihrer Arbeit und Erfahrung
die aktuelle Situation des Wassers der Welt beschreiben?

Die heutige Welt des Wassers hat viele Wechsel durchlaufen, und wir waren einer großen Veränderung des Drucks ausgesetzt, von steigenden Anforderungen aufgrund von Bevölkerungswachstum, Verstädterung und Klimawandel, welcher Unsicherheit und Extreme wie Überschwemmungen und Dürren mit sich bringt. All dies setzt unsere sozioökonomische Entwicklung, die Verwundbarkeit unserer Wasserressourcen und unsere heutige Lebensweise stark unter Druck. Es ist sehr klar, dass die Art und Weise, wie wir heute in vielen Teilen der Welt mit Wasser umgehen, nicht nachhaltig ist, und wir wissen, dass wir nicht auf dem richtigen Weg sind, um die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung in den Bereichen Wasser und Abwasser zu erreichen und die Verfügbarkeit und Nachhaltigkeit aller Wasserressourcen für alle sicherzustellen, und folglich stehen wir vor der Herausforderung oder der Krise: zu viel, zu verschmutzt, zu wenig.

Zu viel ist (…)

Viele Länder versuchen, unterschiedliche Ziele für nachhaltige Entwicklung in ihre Politik einzubeziehen. Welche Schritte müssen Ihrer Meinung nach die Regierungen unternehmen, um sie zu erreichen?

Viele Länder standen vor der Herausforderung, mit weniger mehr zu erreichen. Bei den Millennium-Entwicklungszielen forderten wir den Zugang zu Grundwasser und sanitären Einrichtungen, und im Jahr 2050 würden viele Menschen auf der ganzen Welt Zugang zu Wassernetzen haben… das war ein nachhaltiges Entwicklungsziel, das wir den Zugang zur sicheren Wasserwirtschaft und der Wasserversorgung fordern, um Wasser und Abwasser sicher zu verwalten, und heute haben Millionen von Menschen, 1,2 Milliarden Menschen, Zugang zu den Wassernetzen, haben aber nicht immer, jeden Tag und jedes Mal, wenn sie es brauchen, Wasser auf dem Tisch. Und das nennen wir intermittierende Wasserversorgung (…)

Wir haben gesehen, wie Kapstadt seinen Wasserverbrauch durch einen verantwortungsvollen Umgang damit senkte. Glauben Sie, wir werden in einigen Teilen der Welt so etwas wie „Day Zero“ erleben? Wenn ja, wie werden sich die Städte Ihrer Meinung nach verändern und wie wird sich das auf das Leben der Menschen auswirken?

Wie Sie wissen, stamme ich aus dem arabisch-asiatischen Raum, wo es die größte Wasserknappheit der Welt gibt … wir müssen es aus einer sehr perspektivischen Sicht betrachten, von der Anbieter- und Nachfragerseite. Und wir stehen weltweit unter Druck. Wie ich bereits sagte, während die Bevölkerung wächst und sich das Klima ändert, üben beide einen großen Druck auf unsere Wasserverfügbarkeit für unsere Ressourcen aus. Wenn Sie also ein Land mit verfügbaren Wasserressourcen sind, haben Sie nicht viel mit der Krise zu tun, aber wenn Sie sich in einer Region mit Wasserknappheit befinden, in der Sie nur über eine begrenzte Versorgung verfügen, wirkt sich all dieser Druck auf die Art und Weise aus, wie Sie mit Wasser umgehen, und wenn es nicht nachhaltig ist, vereint es alle Probleme um Sie herum. Es ist die Krise, mit der wir in Städten wie Kapstadt und vielen anderen Ländern konfrontiert sind, die bis zum Tag Null reichen. Wenn es um die Anbieterseite geht, werden Sie feststellen, dass die meisten unserer Länder nur von einer Quelle oder begrenzten Quellen abhängen. Dies birgt ein Risiko dabei, die Nachfrage einiger Länder zu befriedigen. Dies bedeutet, dass Sie ein Problem mit Ihrer Versorgung haben, wenn Sie aufgrund des Klimawandels oder einer Krise ein Problem haben.

Es gibt mehrere Studien zur Nutzung der Kreislaufwirtschaft als Teil des vom Menschen verwalteten Wasserkreislaufs. Was halten Sie von dieser Initiative? Kennen Sie einen Vorschlag oder ein Projekt dieser Art? Wenn ja, wie sagen Sie den Erfolg oder Misserfolg dieser alternativen Systeme voraus?

This is mainly about the way we manage water. In many parts of the world the way we manage water is not sustainable. We have this linear system of use and dispose that uses water once and throws it away and by doing so we are consuming water beyond sustainable limits. We also lose water due to the aged infrastructure, physical loses and commercial loses. All of this linear system has to be (..)

Was muss getan werden, um die Menschen über einen verantwortungsbewussteren und nachhaltigeren Wasserverbrauch aufzuklären? Welche wären Ihrer Meinung nach die effektivsten Bildungsinstrumente und -strategien?

With all these challenges that we have been facing we are still so far taking water for granted both in developed and undeveloped worlds and this is a huge problem when we face new crisis like climate change, and the people don’t understand the magnitude of the risk we have been facing and they still consume the same way or they are still doing business as usual, both in the costumers side and in the government and utility’s side. So for education it is a core issue when (…)

Welches Licht können Sie auf die derzeitige Privatisierung der natürlichen Wasserressourcen werfen? Der Wasserpreis steigt, wann wird er nicht mehr erschwinglich sein? Betrachten Sie Wasser als Konsumgut oder als Menschenrecht? Bitte erläutern Sie Ihre Sichtweise zu diesem Thema.

The 2010 UN Human Rights Council affirms that water and sanitation are human rights and this means that all countries are legally binding in order to confirm this. But there is ambiguity and also there are many misconceptions about water and sanitation being human rights. It doesn’t mean we have to provide water for free for people, because the six processes I mentioned in order to reuse the water and deal with the investments costs and operational costs in order to (…)

Wie beurteilen Sie Investitionen in intelligente Wassertechnologien wie die Überwachung und Erfassung von Wassernetzen? Was sind Ihrer Meinung nach die Vor- und Nachteile?

I wrote with the regional director of The World Bank about The Five “I’s” for countries to leapfrog forward which it means to really achieve water security: Integration: to look for the integrated water resources. Innovation: through new finances, new corporations and new partnerships. Institutions: to work hand in hand with policies and regulations. Information: if you can’t measure you can’t manage; you need real time in order to inform about the new challenges. Infrastructure: to have resilient infrastructure, because if it is aged and doesn’t have the capacity to face the demands and water loses it won’t be able to face new challenges. We have to swift our mindset from (…)

Wie sollte das Unternehmen sein, das die Zukunft des Wassers verändert? Welche Technologie sollte es verwenden? Was sollten seine Grundwerte/Prinzipien sein?

The new company that solves the challenges that we have been facing I could summarize it should have a hand, a head and a heart. A head which means it would have the digital technology as smart water management that could bring innovations and technology to deal with all the different challenges and (…)

Und was halten Sie in dieser Hinsicht von einem virtuellen Assistenten, der denjenigen dient, die keinen Zugang zu Wissen/Informationen zur Wasserwirtschaft haben?

All projections today are saying that the world will be very different and will be facing many crisis, with water, food and energy, because of the increasing demand. It has been projected that 60% of the population will be under water stress which means that we need to become transparent and accountable. We need collective actions. It can’t be achieved only by governments; (…)

Eine Zukunft ohne Wasser. Wie könnte es möglich sein?

Now we are taking the water for granted. We need a behavior change in order to look at the whole challenge and also those that others are facing because you can project or imagine what could happen to you in front of a water crisis by seeing what has happened already to countries that have been facing crisis like happened in Cape Town. It is an example for cities to be aware of the magnitude of the crisis they could be facing, many issues you would have to deal with, from security issues to dealing with the costumers. This has to start with all kind of educa8on programs, starting from schools, communities and (…)

Welche Konsequenzen könnte Wasser haben, das als Kriegswaffe eingesetzt wird, um die soziale oder wirtschaftliche Kontrolle über die Weltbevölkerung zu erlangen? 

Water knows no boundaries. Transboundary basin conflicts and tensions between countries are mainly due to the challenge of increasing demands and climate change issues that bring unreliability of water supplies. Upstream countries build dams in order to store water or use it for different uses like energy production and they are not aware of the issues that downstream countries have to deal with. Specially in my regions, in Arab-Asia, where two thirds of our water is coming from outsider regions, this means 95% of our water is coming from outside of your boundary, like it happens in Egypt. This is not a one country issue, it is a global water challenge that you have to deal with (…)

Wie beurteilen Sie die Privatisierung der Wasserwirtschaft?

For sure public utilities are unable to meet the new challenges from the management part or from the financial gap. So we need private sector. Private sector is essential, but before counting on it as a provider we need to be mindful of the pros and cons.

 Können wir optimistisch sein?

With all the challenges that we have been facing in the water sector there is a huge potential in untapped resources. As we said about wastewater, an 80% of our water is being discharged into the environment and we look at it as a risk. Shifting this untapped resource from a risk to an opportunity will relief the challenge that we have been facing and also will increase the availability of water resources. This is a huge potential that we can hang on to deal with such a crisis. (…)

Was ist der menschliche Wasserfußabdruck?

There is a direct nexus between water and climate. We know that the challenges brought by climate change are and will be manifesting in the water sector. There is a connection between both of them. When it comes to the water footprint in everything we consume, drink, eat… we have to be mindful of the production, mostly in water scarce countries. (…)

Was ist Ihre persönliche Vorhersage über die Menschheit der Zukunft? Was können wir erwarten und wir haben noch nicht einmal darüber nachgedacht?

What I could say is that we have 10 years to achieve the Sustainable Development Goals, (ensuring water and food, sustainable cities, resilience, cooperation in front of hazards) according to UN. They have set the alarm: we are off track to almost all water related SDG. If we don’t swift the business model we won’t achieve them. (…)

Kann die Menschheit gerettet werden oder ist sie bereits wegen Wasserknappheit zum Verschwinden verurteilt?

I think there is hope, because the new generations are more aware of the challenges than previous generations. We are the first generations to call for climate action. So there is a hope if we can empower these young generation of professionals. Lots of issues will be solved, because they will bring new solutions. Sustainable development doesn’t hang only on targeting goals but also on a responsible approach like empowering people, specially the younger generations who are already aware of the climate challenges when it comes to water. Water is the heart of sustainable development, its interconnected with all the seventeen Sustainable Development Goals, which means simply put: No water, no future. 

Artificial intelligence
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